Biogasanlage Feldheim

Das Dorf Feldheim verfügt seit 2008 über eine Biogasanlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 526 kW, die von der örtlichen Agrargenossenschaft betrieben wird. Als Input werden jährlich 8.600 m3 Gülle sowie 8.700 t Mais und 190 t Getreideschrot verwendet. Diese Rohstoffe werden von der Agrargenossenschaft erzeugt und angeliefert. Die Anlage erzeugt jährlich 4 Mio. kWh Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird in ein eigens errichtetes Fernwärmenetz eingespeist, das die Einwohner, die Viehzuchtbetriebe sowie die Gewerbeeinheiten versorgt. Als Nebenprodukt der Energieerzeugung fallen jedes Jahr rund 15.500 m3 Wirtschaftsdünger an, der der Agrargenossenschaft zur Verfügung steht. Durch die autarke Versorgung ihres Dorfes mit Wärme, sparen die Feldheimer Jahr für Jahr 259.000 Liter Heizöl ein. Sie tun damit nicht nur etwas für eine sauberere Umwelt, sondern schonen auch ihren Geldbeutel.

Was ist Bioenergie?
Bioenergie wird aus Biomasse gewonnen – also aus pflanzlichen und tierischen Stoffen und deren Umwandlungsprodukten und organischen Abfällen, die für eine Energiegewinnung geeignet sind. Biomasse ist somit letztlich nichts anderes als Sonnenenergie, die von Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese chemisch gebunden wurde.
Unendliche Energie aus Biomasse
Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen zählt zu den erneuerbaren Energieträgern, weil bei ihrer energetischen Verwendung genau die Menge an CO2 freigesetzt wird, die Pflanzen zuvor bei der Photosynthese aus der Atmosphäre entnommen haben; Biomasse gilt daher als „CO2-neutral“. Bereits seit Anbeginn der Menschheit wird sie als Energieträger genutzt, nämlich in Form der Verfeuerung von Brennholz. Modernere und effizientere der Biomassenutzung sind die Herstellung von Biogas durch Vergärung bzw. Holzgas durch Holzvergasung oder die Erzeugung von Biokraftstoffen durch Extraktion der in der Biomasse (z.B. Raps) enthaltenen Öle und deren anschließende Umesterung. Aber auch die ursprüngliche Nutzung von Biomasse, die Verfeuerung, besteht fort in modernerer Formen wie der Verbrennung von Pellets, Presslingen und Briketts.
Biogas aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen
Biogas nimmt bei der Nutzung von Biomasse eine herausragende Stellung ein. Als Rohstoffe werden biologisch gut abbaubare Substrate wie Energiepflanzen (Mais- und Grassilage), Gülle, landwirtschaftliche Nebenprodukte oder Bioabfälle eingesetzt. Die verwendete Biomasse wird von Mikroorganismen zu einem Gas „verarbeitet“, das hauptsächlich aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) besteht. Das Gas kann in Blockheizkraftwerken verstromt werden; bei Nutzung der anfallenden Wärme, z.B. für die Viehzucht, wird ein besonders hoher Wirkungsgrad der eingesetzten Rohstoffe erreicht. Durch geeignete Verfahren können Methangehalt und Qualität des Biogases gesteigert werden, um es als Substitut für konventionelles Erdgas zu verwenden. Die anfallenden Gärreste werden als nahezu geruchsfreier und hochwertiger Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt.

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