Feldheim versorgt sich über
eine 3.000 Meter lange Rohrleitung mit Wärme
und ein 4.600 Meter langes Niederspannungskabel mit Strom

Das Feldheimer Nahwärmenetz

Wie funktioniert das Feldheimer Nahwärmenetz?
Etwa ein Fünftel der gewonnenen Wärmeenergie wird in Form von ca. 90 °C warmem Wasser über ein Wärmeverteilsystem (1) ausgekoppelt und zur Beheizung des Fermenters der BGA (2) verwendet. Die restliche Wärmeenergie wird über eine Wärmeauskoppelungseinheit (3) in das Wärmeverteilzentrum (WVZ) geleitet. Im WVZ wird die Wärmeenergie direkt in das Wärmeversorgungsnetz (4) eingespeist. Auf etwa 3.000 Metern zirkuliert das heiße Wasser in dick ummantelten Stahlrohrleitungen. Nicht benötigten Wärme „füllt“ zwei 45 Kubikmeter große Behälter, den Wärmespeicher (5) „auf“. Der Wärmespeicher springt ein, wenn die Biogasanlage einmal kurzzeitig nicht zur Verfügung steht oder kurzfristig viel Wärme benötigt wird, in Spitzenzeiten der Wärmeabnahme.
Wie viel Wärme wird benötigt?
Würden alle Feldheimer Abnehmer ihre Heizungsanlagen auf volle Kraft laufen lassen, so müssten Wärmeerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 1600 kW zur Verfügung stehen.
In der Praxis benötigen nicht alle Abnehmer gleichzeitig die volle Wärmeleistung.
Für die meiste Zeit des Jahres ist die Leistung, die das BHKW zur Verfügung stellt, völlig ausreichend. Damit es aber auch an kalten Tagen überall warm bleibt, steht zusätzlich noch ein Holzhackschnitzel-Heizwerk (6, HHZK) mit 299 kW Heizleistung zur Verfügung. Im Bedarfsfall steht außerdem eine Power to Heat Anlage zur Verfügung, die mit Strom aus dem Windpark angetrieben, schnell wie ein Durchlauferhitzer Wärme zur Verfügung stellt. Die Versorgung der Feldheimer mit Wärme ist also auf vielfache Weise gesichert.
Wie wird das Netz gesteuert?
Die Steuerung im Wärmeverteilzentrum erfasst alle von den einzelnen Anlagen gelieferten Daten und wertet diese aus. Durch den ständigen Abgleich der Soll- und Ist-Werte wird das ganze System automatisch betrieben.

Jede Abnahmestelle ist mit einer Wärmeübergabestation ausgestattet, mittels derer die über den Primärkreislauf empfangene Wärmeenergie in Form von mindestens 80° C heißem Wasser an den hausinternen Sekundärkreislauf abgegeben wird. Das dann auf ungefähr 60° C abgekühlte Wasser des Primärkreislaufes gelangt anschließend über die Rücklaufleitungen zurück ins Wärmeverteilzentrum.

Eigentümer des Wärmenetztes und des Wärmeverteilzentrums ist die Feldheim Energie GmbH & Co KG.

Erklärung zur Grafik

Die roten Linien bezeichnen den sog. Vorlauf (VL=warm), während die blauen Linien den Rücklauf (RL=kalt) darstellen.

Über den Wärmeverteiler der Biogasanlage (1) wird ungefähr 90 °C heißes Wasser bereitgestellt und über die Wärmeauskopplungseinheit (3) zum Wärmeverteilzentrum gepumpt. Über die Wärmeverteilung (7) wird das Wärmeversorgungsnetz (4) gespeist. Die nicht sofort benötigte Wärme wird im Wärmespeicher (5) gespeichert.

Im gedämmten Rohrleitungsnetz der Wärmeversorgung, bzw. im gesamten System, wird nur reines Wasser transportiert. Zum Schutz, z.B. gegen Verkalken, wird dieses Wasser über eine Wasseraufbereitungsanlage (8) entsprechend aufbereitet. Dies geschieht bei der Erstbefüllung und dann nur noch, wenn es zu Wasserverlusten in der Leitung kommt, z.B. durch einen Rohrbruch im Verteilernetz. Bei kleinen Undichtheiten wird der daraus resultierende Wasserverlust durch das System automatisch aufgefüllt. Es handelt es sich hier also um ein so genanntes geschlossenes System; es muss nicht ständig Wasser nachgepumpt werden.

Im Wärmeverteilzentrum befindet sich die Wärmeverteileinheit (7), an die über das Vor- und Rücklaufsystem die Biogasanlage, der Speicher und das Holzhackschnitzel-Heizwerk angeschlossen sind. Je nach Bedarf können die jeweiligen Komponenten einzeln zu- oder abgeschaltet werden. Ein leistungsgesteuertes Pumpensystem sorgt dafür, dass stets genug heißes Wasser im Versorgungsnetz bereitgestellt wird.

Über den Wärmeverteiler ist auch das Holzhackschnitzelheizwerk angeschlossen. Dieses wird zugeschaltet, wenn die Steuerung des Wärmeverteilzentrums erkennt, dass über einen vorab definierten Zeitraum hinweg die Biogasanlage keine ausreichende Wärmeenergie liefert und der Wärmespeicher einen kritischen Füllstand erreicht hat.

Die Steuerung erfasst alle von den einzelnen Anlagen gelieferten Daten und wertet diese aus. Durch den ständigen Abgleich der Soll- und Ist-Werte wird das ganze System automatisch betrieben.

Jede Abnahmestelle ist mit einer Wärmeübergabestation ausgestattet, mittels derer die über den Primärkreislauf empfangene Wärmeenergie in Form von mindestens 80° C heißem Wasser an den hausinternen Sekundärkreislauf abgegeben wird. Das dann auf ungefähr 60° C abgekühlte Wasser des Primärkreislaufes gelangt anschließend über die Rücklaufleitungen zurück ins Wärmeverteilzentrum.

Das Feldheimer Stromnetz

In Feldheim wurde ein einzigartiges, vollständig regionales Stromnetz geschaffen, das Haushalte, Gewerbebetriebe, kommunale Gebäude sowie die Agrargenossenschaft zuverlässig mit lokal erzeugtem Strom versorgt. Eigentümer des Netzes ist die Energiequelle GmbH & Co. WP Feldheim 2006 KG.

Zwischen 2009 und 2010 entstand ein modernes Netz, das direkt an die lokale Energieproduktion angebunden ist. Insgesamt wurden 2.600 Meter Mittelspannungskabel für die Einspeisung des Windstroms sowie 4.600 Meter Niederspannungsleitungen zur direkten Versorgung der Verbraucher verlegt.

Ganz ohne Fördermittel – entstand ein lokales Netz, das seit der Inbetriebnahme im Oktober 2010 stabil und effizient arbeitet.

Das Ergebnis: Feldheim verfügt über ein unabhängiges Stromnetz, das Energie dort bereitstellt, wo sie entsteht – regional, nachhaltig und zuverlässig.